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Der Status des „Südens“

Sehr oft sind Kalabrien und der allgemeine Süden Italiens Gesprächsthema, wenn es darum geht, das sogenannte Mezzogiorno-Problem zu behandeln. Das niedrige Bruttosozialprodukt, die immens hohe Arbeitslosigkeit (d.h. Jugend -und Frauenarbeitslosigkeit), geringe bzw. rückläufige Industrieproduktion sowie eine stets anhaltende Emigration sind der Grund dafür, dass Politiker wiederholt das Thema desunterentwickelten, rückständigen und ausgebeuteten Südens von Italien ansprechen. Der Süden wird in dieser Hinsicht, wie im einleitenden Teil dieses Kapitels bereits erwähnt, als der sogenannte Mezzogiorno bezeichnet. Damit soll der gravierende wirtschaftliche Unterschied zwischen dem Norden und dem Süden Italiens beschrieben werden. Infolgedessen hat es sich die Regierung Italiens zur Aufgabe gemacht, Anfang des 20. Jahrhunderts mit der Förderung des Südens zu beginnen. Dabei ist heutzutage, nach der Cassa per il mezzogiorno (1950 – 1986), seit dem Jahre 1998 die Agenzia per lo sviluppo industriale e dell’occupazione (= Agentur für industrielle Entwicklung und Beschäftigung) für die in den Süden fließenden Gelder und Subventionen verantwortlich. Leider gestaltete es sich zu oft so, dass viele zur Verfügung gestellte Gelder einfach verschwanden, in dunklen nichtswissenden Kanälen untergingen und die Subventionen infolgedessen nie dort angelangt sind, wo sie hätten sollen. Darüber hinaus wurden viele Gelder in Projekte investiert, anstatt diese für die Förderung des Südens zu verwenden. In diesem Kontext spielt auch die kalabresische Mafia, die sogenannte ‚Ndrangheta, eine große und bedeutende Rolle (siehe: Rubrik „Wirtschaft und Umwelt“, Kategorie “ ‚Ndrangheta „).


Vieles wurde stets unter den Tisch gekehrt – zudem auch Aktionen, wie dass sich der Norden stets auf Kosten des Südens entwickelt hat, indem der Süden als Kornkammer des Norden genutzt wurde, dass Großgrundbesitzer die kleinen Bauern mit hohen Abgaben belastet haben, dass in dieser Folge eine florierenden und gedeihenden Landwirtschaft verhindert wurde, dass die Kalabresen stets mehr Steuern als die Norditaliener zahlen mussten und dass in dieser Hinsicht der Süden stets im Schatten des Norden gestanden hat. Vieles bleibt hier heutzutage unerwähnt, was natürlich die Kluft zwischen Norditalien und Süditalien mehr und mehr vergrößert. Hierbei kann weiters gesagt werden, dass in früheren Zeiten süditalienische Arbeitskräfte in den großen Instrustriebetrieben des Nordens von Italien arbeiten mussten. Sie waren demnach am Wirtschaftswachstum des Nordens beteiligt und verhalfen dem Norden zu seiner Blüte. Die Folge davon war jedoch, dass die süditalienischen Arbeitskräfte in den heimischen Fabriken fehlten und dort natürlich die Arbeit nicht fortgesetzt werden konnte. Während der Norden durch die süditalienischen Arbeitskräfte immer mehr gedeihte, stagnierte die Produktion in den süditalienischen Fabriken, wurde sogar rückläufig, wodurch der Süden einer ausgebeutet wurde, andererseits sich zurückentwickelte.

In den letzten Jahren jedoch geht es mit dem Süden Italiens, d.h. Apulien, Basilicata, Sizilien, Sardinien und Kalabrien, wieder aufwärts. Dank hierfür gilt dem Tourismus. Aufgrund der Tatsache, dass sich der Süden Italiens zu einem beliebten Urlaubsziel vieler Touristen entwickelt hat, erlebte dieser wieder seinen Aufschwung. Mehr und mehr gelingt es dem Süden sich von seinen Strapazen aus früheren Zeiten zu erholen – damit verbunden ist auch das Ziel, nicht mehr als rückständiger Süden und als altbekannter Mezzogiorno zu gelten.

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