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Glaube, Bräuche und Feste

Kalabrien ist mit seinen in etwa 2 Millionen Einwohnern eine der zutiefst religiösesten Regionen ganz Italiens. Dabei existieren im Süden Italiens bis heute die großen und bekannten Ordensgemeinschaften, wie beispielsweise die Dominikaner und die Franziskaner, welche die Geistlichkeit in der Südspitze von Bella Italia repräsentieren und zutiefst prägen. In diesem Zusammenhang ist weiters anzumerken, dass sich auch ein etwas kleinerer Orden, nämlich jener der sogenannten Kartäuser, im Süden Italiens durchgesetzt hat.


Auffällig im Rahmen einer kulturellen Kalabrien-Reise sind die noch heute auffälligen Spuren der sogenannten Basilianer-Mönche. Diese Spuren stützen sich genau genommen auf die Lehren des heiligen Basilius, der im 4. Jahrhundert Regeln und Normen, welche die drei Attribute Gehorsam, Gebet und Arbeit, in den Mittelpunkt ihres begründeten Wirkens rückten. Wie Aufzeichnungen ergaben, kamen die Basilianer ab etwa der Mitte des 1. Jahrhunderts aus Byzanz und Sizilien nach Kalabrien, um dort als Eremiten ihr Leben zu verbringen. Dabei dehnten die Basilianer-Mönche im Laufe der Zeit ihr Wirken aus und verbreiteten ebenso in zahlreichen im Osten Kalabriens erbauten byzantinischen Kirchen, wie beispielsweise Cattolica in Stilo, Bapisterium in Santa Severina, San Giovanni Tereste in Bivongi, ihre Gesetze, Normen und Regeln. Dieses Wirken wurde jedoch im 11. und 12. Jahrhundert, genau genommen durch die Herrschaft der Normannen, beendet, wodurch der östliche durch den lateinischen Ritus abgelöst wurde. Heute jedoch ist es keine Seltenheite, dass einige wenige griechische Mönche, hauptsächlich in Bivongi, wieder zum orthodoxen Ritus zurückgefunden haben und diesen auch praktizieren.

Einen besonders hohen und ausschlaggebenden Stellenwert im katholisch-kalabresischen Glauben nehmen die Heiligen ein. Besonders verehrte Heilige in Kalabrien sind Franziskus von Paola (= Schutzpatron Kalabriens), Franz von Assisi, Bernhardin von Siena sowie die beiden Apostel Petrus und Paulus. Dabei sei festgehalten, dass es eine besondere bzw. bestimmte Heiligenfigur in Kalabrien gibt, die überragende Verehrung erfährt, nämlich die Mutter Gottes. In früheren Zeiten, als Pestepidemien, Belagerungen und schlimme Kriege herrschten, beteten die Kalabresen zur Mutter Gottes und baten sie in schweren Stunden um ihre Hilfe. Auch heutzutage wird sie in der ganzen Region, beispielsweise bei Naturkatastrophen (Waldbrände) oder im Rahmen persönlicher Angelegenheiten, um Hilfe, ihren geistigen Beistand und Fürsprache gebeten.


Auch in Kalabrien gab es und gibt es natürlich noch einige Marienerscheinungen. Aus Dankbarkeit für ihren Beistand in schweren Situationen und nach Erscheinungen allgemein errichteten zutiefst gläubige Kalabresen zahlreiche Wallfahrtsorte und Gedenkstätten sowie kleine Kapellen – zu Ehren der Maria Mutter Gottes und der Heiligen (hauptsächlich in den Orten Praia a Mare, Rende, Cirò oder Paola). Im Rahmen dieser Heiligenverehrungen kann weiters nochmal auf die Schutzpatronen eingegangen werden. Hierzu ist zu sagen, dass jede kalabresische Ortschaft mindestens einmal pro Jahr ihren persönlichen Schutzpatron mit einer wunderschönen Prozession ehrt. Dies soll dazu dienen, dass die Schutzpatronen auch weiterhin über die Kalabresen wachen, sie beschützen und ihnen  nichts Schlechtes bringen.

Abschließend kann gesagt werden, dass Kalabrien vom tief verankerten christlichen Glauben geprägt ist. Dabei spielt auch der Aberglaube, welcher in Kalabrien von immenser Bedeutung ist, eine große Rolle. Demnach kann es vorkommen, dass man als Tourist an den Hauswänder kalabresischer Bauten fratzenartige Masken findet. Diese Masken dienen genau genommen dazu, um den bösen Blick / das böse Auge (ital. malocchio) zu vertreiben. Der Hauptgrund für das Aufhängen fratzenartiger Masken besteht darin, das Böse fernzuhalten und die Kalabresen selbst vor Missgunst zu schützen und zu bewahren.

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