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Familienleben

Jemand, der viel nach Italien reist und sich generell mit den Sitten und dem allgemeinen Leben der Italiener beschäftigt, der weiß, dass die Familie bei den Kalabresen an oberster Stelle steht. Dabei ist das Familienleben der Kalabresen stark von traditionellen Erwartungen geprägt. Auch wenn der Tourismus in den Küstengebieten Kalabriens in den letzten Jahren immens gestiegen ist, viele Ferienresidenzen sowie Hotelanlagen gebaut wurden bzw. noch immer gebaut werden und damit verbunden sowohl die allgemeine Freizügigkeit als auch der etwas „offenere“ Lebensstil immer mehr in den Vordergrund des kalabresischen Lebens gerückt sind, bestimmen weiterhin die streng moralischen Maßstäbe und Richtlinien der Kirche, die sich u.a. vehement gegen Abtreibung und Scheidung ausspricht, das kalabresische Leben. In diesem Zusammenhang kann auch die Scheidungsrate in Kalabrien erwähnt werden: Diese ist in Norditalien seit der Änderung der Scheidungsgesetze im Jahre 1974 auf 10,2 % angestiegen. Kalabrien hingegen liegt mit einer Scheidungsrate von 3,8 %, die sich darüber hinaus stets konstant verhält, mehr als unter der Hälfte jener der norditalienischen Regionen.


Wie zuvor im einleitenden Teil dieser Rubrik bereits angesprochen, ist die Familienzugehörigkeit sowie der Familienzusammenhalt das oberste Gebot der Kalabresen. Dabei werden die allgemeine Ehre der Familie sowie das Zusammengehörigkeitsgefühl fast immer über die eigenen Interessen sowie die persönliche Selbstverwirklichung gestellt. Gerade deswegen, weil der Familienverbund der Kalabresen so äußerst stark ausgeprägt ist, wird diese gewisse Einigkeit, wie sie in kalabresischen Familien vorherrscht, sehr oft eine harte Probe gestellt. Damit ist der häufige Zwang vieler Kalabresen zur Emigration gemeint. Die schlechte wirtschaftliche Lage zwingt viele junge Kalabresen dazu, ihre Heimat zu verlassen, in die weite Ferne zu ziehen und sich dort gute Arbeit zu suchen. Nur so ist es ihnen möglich, soviel Geld zu verdienen, das es ihnen selbst und ihrer zurückgelassenen Familie in Kalabrien reicht, um über die Runden zu kommen. Selbst ein Umzug nach Norditalien gilt bereits als Emigration. Die weite Entfernung zur Heimat und überhaupt den Schritt zu wagen, die Heimat zu verlassen, stellt für viele Kalabresen eine schwierige Entscheidung dar. Viele dieser Emigranten brauchen Jahre, um sich an die Entferung zur Heimat überhaupt gewöhnen zu können. Schließlich ist zu sagen, dass es in Kalabrien, aufgrund der vermehrten Emigration und Landflucht, viele halb verlassene Ortschaften gibt, die fast nur mehr oder sogar ausschließlich von den Eltern, nächsten Verwandten und Großeltern bewohnt sind. Dazu zählen beispielsweise Daffina in der Nähe von Parghelia oder Maiera nahe Diamante. Junge Kalabresen findet man dort kaum oder gar nicht mehr.

Weiters ist zu erwähnen, dass es in Kalabrien als keine Seltenheit gilt, sofern Dreißig -bis Vierzigjährige noch immer zu Hause bei den Eltern wohnen. Dabei spielt neben der Bequemlichkeit auch die schlechte wirtschaftliche Lage eine bedeutende Rolle, wenn es darum geht, dass viele Kalabresen noch immer bei den Eltern weilen. Viele von ihnen könnten es sich aus finanziellen Gründne nicht leisten, eine eigene Wohung zu haben. Tatsache ist, dass die Verrichtung von Arbeiten im Saisongeschäft oder andere Gelegenheitsjobs auch im Süden Italiens, trotz sehr niedriger Lebenserhaltungskosten, nicht immer ausreichend sind, um sich einen eigenen Hausstand problemlos finanzieren zu können. Genau aus diesem Grund gilt der Familienzusammenhalt der Kalabresen als besonders wertvoll, bedeutend sowie als lebenswichtig, da man sich auf seine Eltern, Geschwister, etc. verlassen kann, stets Unterstützung erhält und sich folglich nie alleine und verlassen fühlen muss.


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